Die richtige Materialwahl – Gründerstory Teil 2

Die richtige Materialwahl – Gründerstory Teil 2

Die Idee war da, und mit ihr die Frage, wie aus dem Gedanken etwas wird, das bleibt. Etwas, das nicht nur im Design überzeugt, sondern sich auch richtig anfühlt. Eine Holzfigur, die Freude macht und der man zutraut, Kinder lange und sicher zu begleiten.

Die bewusste Wahl des Holzes

Heimisches Holz war für mich von Anfang an gesetzt. Nicht irgendeines, sondern bayerischer Ahorn. Ein helles, robustes Holz, das Beständigkeit ausstrahlt und mit den Jahren nicht an Charakter verliert. Die feine, gleichmäßige Struktur von Ahornholz wirkt zurückhaltend und lenkt nicht ab. Genau das war mir wichtig. Ich säge und schleife jedes Stück sorgfältig, bis die Oberfläche weich ist und sich gut anfühlt. So entsteht ein Spielzeug, das Stabilität vermittelt und Ruhe ausstrahlt.

„Holz erzählt seine Geschichte von selbst. Man muss sie nur sichtbar machen.“

Farbe, die das Holz respektiert

Gerade weil Holz eine eigene Sprache hat, kam ein Lack für mich nie infrage. Eine verschlossene Oberfläche würde das Material verändern und ihm seine Natürlichkeit nehmen. Stattdessen arbeite ich mit pflanzlichen und mineralischen Lasuren. Sie geben Farbe, ohne sich aufzudrängen, und die Maserung bleibt sichtbar. Die Form ist im Vordergrund, das Material bleibt erkennbar, und nichts wirkt grell oder überladen.

Nach der farblichen Gestaltung folgt der Schutz. Ich verwende ein Naturöl-Wachs, das tief in das Holz einzieht und es von innen stärkt. Es schützt die Oberfläche, ohne sie zu versiegeln, und bewahrt die warme, natürliche Haptik. Das Holz bleibt atmungsfähig und gleichzeitig widerstandsfähig. Die Oberfläche lässt sich so gut reinigen und fühlt sich auch nach langer Zeit noch vertraut an.

Verantwortung statt Kompromisse

An diesem Punkt wurde mir klar, dass es nicht nur um Gestaltung geht. Es geht um Verantwortung. Wer Spielzeug herstellt, entscheidet darüber, wie Materialien erlebt werden und wie sicher sie im täglichen Gebrauch sind. Normen wie die DIN EN 71-3 sind für mich dabei keine bürokratische Pflicht, sondern eine wichtige Orientierung. Sie schaffen Klarheit und helfen dabei, Entscheidungen bewusst und nachvollziehbar zu treffen.

Wo Sicherheit und Vertrauen beginnen, endet der Spielraum für Kompromisse.

Ein Learning aus der Praxis

Einige Farbhersteller werben mit dem Hinweis „geeignet für Kinderspielzeug“. Doch sobald ich die dazugehörigen Nachweise anforderte, wurde es oft still. Rückmeldungen blieben aus, selbst auf Nachfrage. Und wenn Antworten kamen, waren die Unterlagen unvollständig oder nicht ausreichend. Das betraf kleine Anbieter ebenso wie bekannte Baumarktketten. Im Austausch mit anderen Manufakturen zeigte sich, dass diese Vorgehensweise offenbar keine Ausnahme ist. Diese Erfahrung war zeitraubend und kostspielig. Vor allem aber schärfte sie meinen Blick für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Heute ist die Reihenfolge für mich klar. Zuerst prüfe ich die Unterlagen, danach entscheide ich mich für ein Material. Das schränkt zwar die Auswahl ein, macht die Entscheidungen aber sicherer. So ist jedes Material, das ich verwende, nachvollziehbar gewählt und auf Dauer tragfähig.

Was am Ende zählt

Jede Holzfigur entsteht in künstlerischer Einzelarbeit, keine gleicht der anderen. Kleine Unterschiede in Maserung und Farbaufnahme sind Ausdruck lebendigen Holzes und sorgfältiger Handarbeit. Jede Figur wird dabei nach denselben klaren Kriterien gefertigt, mit gleicher Aufmerksamkeit für Material, Verarbeitung und Sicherheit.

All diese Entscheidungen folgen einem Gedanken, der mich von Anfang an begleitet hat: Allgäuer Holztiere sollen verlässlich sein. Sie sollen ruhig wirken, gut in der Hand liegen und das Gefühl vermitteln, richtig gemacht zu sein. Vertrauen entsteht dort, wo nichts dem Zufall überlassen wird. In der Materialwahl und dem Gefühl, eine richtige Entscheidung getroffen zu haben.

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